Behandlung
Dialysefahrten: Kostenübernahme, Serienverordnung und ein Fahrplan, der trägt
Wer an der Dialyse ist, fährt meist dreimal in der Woche ins Zentrum, oft über Jahre. Die gute Nachricht: Die Krankenkasse übernimmt diese Fahrten. Wie Sie die Genehmigung bekommen, warum sich die Befreiung von der Zuzahlung schnell lohnt und was die Fahrten im Alltag leichter macht.

Inhalt dieses Beitrags
Das Wichtigste in Kürze
- Die Dialyse ist einer der Ausnahmefälle, in denen die Kasse Fahrten zur ambulanten Behandlung übernimmt.
- Auf der Verordnung ist „hochfrequente Behandlung: Dialyse“ angekreuzt; die Kasse genehmigt vor der ersten Fahrt, meist für einen längeren Zeitraum.
- Je Fahrt fällt die Zuzahlung an, bei dreimal Dialyse pro Woche also sechs Zuzahlungen.
- Als chronisch Kranke in Dauerbehandlung erreichen die meisten schnell ihre Belastungsgrenze und können sich befreien lassen.
- Ein fester Fahrplan mit vertrauten Fahrern nimmt viel Druck aus dem Alltag.
Warum die Kasse Dialysefahrten übernimmt
Zu ambulanten Behandlungen zahlt die Krankenkasse Fahrten nur in Ausnahmefällen. Die Dialyse steht an erster Stelle der Liste, die der Gemeinsame Bundesausschuss dafür festgelegt hat:
„Ausnahmefälle gemäß § 8 Absatz 2 sind in der Regel: 1. Dialysebehandlung …“
Der Grund ist einleuchtend: Die Behandlung folgt einem festen Schema, sie findet sehr häufig statt, und sie belastet so stark, dass man danach nicht sicher mit Bus oder Bahn nach Hause kommt.
So kommen Sie zur Genehmigung
- Verordnung ausstellen lassen. Meist übernimmt das Ihre Nephrologin oder Ihr Nephrologe im Dialysezentrum. Auf dem Muster 4 ist unter Punkt 1 das Feld d angekreuzt: hochfrequente Behandlung, Dialyse.
- Zeitraum eintragen lassen. Unter Punkt 2 stehen Beginn, Häufigkeit, etwa „dreimal pro Woche“, und das voraussichtliche Ende.
- Bei der Kasse einreichen. Vor der ersten Fahrt, per App, Post oder in der Geschäftsstelle. Die Kasse genehmigt meist den ganzen Zeitraum.
- Fahrplan festlegen. Mit der Genehmigung rufen Sie uns an. Wir planen alle Fahrten des Zeitraums und bestätigen sie Ihnen.
Haben Sie Pflegegrad 4 oder 5, Pflegegrad 3 mit dauerhaft eingeschränkter Mobilität oder die Merkzeichen aG, Bl oder H, gilt die Genehmigung für Krankenfahrten ohnehin als erteilt. Die Verordnung braucht es trotzdem.
Zuzahlung und Befreiung: Rechnen lohnt sich
Für jede Fahrt zahlen Sie zehn Prozent der Kosten dazu, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Bei dreimal Dialyse pro Woche mit Hin- und Rückfahrt sind das sechs Fahrten in der Woche. Das summiert sich schnell.
Deshalb ist die Belastungsgrenze so wichtig. Für chronisch Kranke in Dauerbehandlung liegt sie in der Regel bei einem Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt. Ein Beispiel zur Veranschaulichung:
| Beispiel | Wert |
|---|---|
| Bruttoeinnahmen im Jahr, nach Freibeträgen | 24 000 € |
| Belastungsgrenze bei einem Prozent | 240 € |
| Zuzahlung je Fahrt, angenommen | 7 € |
| Grenze erreicht nach etwa | 35 Fahrten |
Nach rund sechs Wochen wäre die Grenze in diesem Beispiel erreicht. Danach stellt die Kasse auf Antrag eine Befreiung für den Rest des Jahres aus. Heben Sie deshalb alle Quittungen auf, auch die für Medikamente.
Ihre Zahlen können abweichen
Die Kasse rechnet die Einnahmen des ganzen Haushalts zusammen und zieht Freibeträge ab. Wie hoch Ihre Grenze genau ist, sagt Ihnen Ihre Krankenkasse.
Was die Fahrten im Alltag leichter macht
Eine Dialysefahrt ist keine Fahrt wie jede andere. Ein paar Dinge helfen, damit sie Teil eines ruhigen Alltags wird:
- Feste Zeiten, feste Menschen. Wo es geht, fahren Sie mit denselben Fahrern. Man kennt sich, und niemand muss jedes Mal alles neu erklären.
- Der Shunt-Arm. Sagen Sie uns, an welchem Arm Ihr Shunt liegt. Wir fassen Sie dort nicht an und tragen Ihre Tasche.
- Nach der Dialyse. Viele sind danach erschöpft oder haben einen niedrigen Blutdruck. Wir lassen Ihnen Zeit beim Aufstehen und bringen Sie bis in die Wohnung.
- Änderungen früh sagen. Schichtwechsel im Zentrum, Urlaub, ein Klinikaufenthalt: Ein Anruf genügt, und der Fahrplan passt wieder.
Dialysezentren in der Region
Die folgende Übersicht nennt Dialysezentren rund um Petershausen, Dachau, Freising, Pfaffenhofen und im Norden Münchens. Wir fahren Sie zu jedem Zentrum Ihrer Wahl.
| Einrichtung | Ort | Strecke | Fahrzeit |
|---|---|---|---|
| KfH-Nierenzentrum Pfaffenhofen | Pfaffenhofen a. d. Ilm | 16 km | 19 Min. |
| MVZ KfH-Gesundheitszentrum Emmering/Dachau | Dachau | 23 km | 26 Min. |
| KfH-Nierenzentrum Freising | Freising | 24 km | 30 Min. |
| KfH-Nierenzentrum Oberschleißheim | Oberschleißheim | 35 km | 28 Min. |
| KfH-Nierenzentrum München-Schwabing | München | 42 km | 34 Min. |
| KfH-Nierenzentrum am Klinikum Dritter Orden | München | 48 km | 41 Min. |
| KfH-Nierenzentrum München-Laim | München | 49 km | 45 Min. |
| KfH-Nierenzentrum München-Giesing | München | 54 km | 50 Min. |
| KfH-Nierenzentrum München-Harlaching | München | 54 km | 51 Min. |
| Nephropraxis Unterhaching – Dialyse | Unterhaching | 70 km | 48 Min. |
Häufige Fragen
Kann ich die Dialysefahrt auch nach der Behandlung spontan ändern?
Ja. Dauert die Dialyse länger oder geht es Ihnen nicht gut, ruft das Zentrum oder rufen Sie uns an. Wir holen Sie später ab.
Zahlt die Kasse auch Fahrten zur Feriendialyse?
Das hängt vom Einzelfall ab. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Dialysezentrum und Ihrer Kasse, bevor Sie eine Reise planen.
Muss ich jede Fahrt quittieren?
Ja. Auf der Rückseite der Verordnung bestätigen Sie jede Fahrt mit Datum und Unterschrift. Bei Serien erledigen wir das mit Ihnen gemeinsam am Ende jeder Fahrt.
Quellen
Redaktion PatientenMobil
Stand: September 2026. Wir erklären, was in Gesetz und Richtlinie steht, und prüfen unsere Beiträge regelmäßig. Im Einzelfall entscheidet Ihre Krankenkasse; bei Fragen helfen wir Ihnen am Telefon.


