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Rollstuhlfahrt, Tragestuhl, Liegendfahrt: Was möglich ist und was es kostet

Nicht jeder kann einfach auf den Beifahrersitz steigen. Manche bleiben lieber im eigenen Rollstuhl, andere kommen die Treppe nicht mehr hinunter, wieder andere können nicht sitzen. Für all das gibt es Lösungen. Wie sie funktionieren und was Sie vorher klären sollten.

  • Stand September 2026
  • 3 Minuten Lesezeit
  • Nach Gesetz und Richtlinie geprüft
Ein Rollstuhllift hebt einen Fahrgast in einen Kleinbus.
Inhalt dieses Beitrags
  1. Die Rollstuhlfahrt
  2. Tragestuhl und Treppensteiger
  3. Die Liegendfahrt
  4. Was es kostet und wer zahlt
  5. Mit dem Rollstuhl zum Flughafen
  6. Häufige Fragen
  7. Quellen

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Rollstuhlfahrt bleiben Sie in Ihrem Rollstuhl sitzen, der Wagen hat Rampe oder Lift.
  • Tragestuhl und elektrischer Treppensteiger bringen Sie ohne Aufzug sicher über die Treppe.
  • Wer nicht sitzen kann, aber keine medizinische Betreuung braucht, fährt liegend.
  • Auf dem Transportschein steht dafür „Taxi/Mietwagen“ mit „Rollstuhl“, „Tragestuhl“ oder „liegend“.
  • Sagen Sie uns vorher Maße und Gewicht des Rollstuhls und wie die Treppe aussieht.

Die Rollstuhlfahrt

Bei einer Rollstuhlfahrt müssen Sie nicht umsteigen. Sie rollen über eine Rampe oder einen Lift in den Wagen, der Rollstuhl wird mit einem Rückhaltesystem am Boden befestigt, und Sie selbst tragen einen eigenen Gurt. So ist beides gesichert: der Rollstuhl und Sie.

Die Krankentransport-Richtlinie zählt solche Fahrzeuge ausdrücklich zu den Mietwagen für Krankenfahrten:

„Zu den Mietwagen zählen zum Beispiel auch Wagen mit behindertengerechter Einrichtung zur Beförderung von Rollstuhlfahrern. Eine medizinisch-fachliche Betreuung findet in diesen Fällen nicht statt.“

Krankentransport-Richtlinie, § 7 Abs. 1

Was Sie vorher klären sollten:

  • Ist es ein Faltrollstuhl oder ein Elektrorollstuhl?
  • Wie breit ist er, und wie schwer ungefähr, mit Ihnen darin?
  • Gibt es an der Wohnung Stufen oder eine Schwelle?
  • Fährt eine Begleitperson mit?

Mit diesen Angaben planen wir das passende Fahrzeug. Wer lieber auf einen normalen Sitz wechselt, bekommt dabei Hilfe; der Rollstuhl fährt dann zusammengeklappt mit.

Tragestuhl und Treppensteiger

Eine Wohnung im dritten Stock ohne Aufzug ist für viele das größte Hindernis. Dafür gibt es zwei Lösungen:

LösungSo funktioniert esGut für
TragestuhlEin gepolsterter Stuhl mit Gurten, zwei Helfer tragen ihn Stufe für Stufe.Menschen, die sitzen können, aber keine Treppen gehen
Elektrischer TreppensteigerEin Gerät, das Stufen mit Motorkraft überwindet.Rollstuhlfahrer, die im Rollstuhl bleiben möchten

Beides braucht etwas Planung. Sagen Sie uns, in welchem Stock Sie wohnen, ob die Treppe gerade oder gewendelt ist und wie breit sie ungefähr ist. Bei sehr engen Treppen klären wir vorher, was sicher geht.

Fahrt planen?Wir klären Transportschein, Genehmigung und Termin mit Ihnen am Telefon.
089 99998 100

Die Liegendfahrt

Wer nicht sitzen kann oder darf, etwa nach einer Operation an Hüfte oder Wirbelsäule, fährt liegend: auf einer gepolsterten Trage, sicher befestigt, auf Wunsch mit erhöhtem Kopfteil. Wir holen Sie im Zimmer ab und bringen Sie bis ins Zimmer am Ziel.

Liegend heißt nicht automatisch Krankentransport

Eine Liegendfahrt ist eine Krankenfahrt ohne medizinische Betreuung. Brauchen Sie unterwegs Überwachung, Sauerstoff oder fachgerechtes Lagern, ist ein Krankentransport im Krankentransportwagen nötig. Den vermittelt die Integrierte Leitstelle unter 19222 mit Vorwahl. Den Unterschied erklären wir im Beitrag Krankenfahrt oder Krankentransport?

Was es kostet und wer zahlt

Ob Rollstuhl, Tragestuhl oder liegend: Die Kasse übernimmt die Fahrt unter denselben Voraussetzungen wie jede Krankenfahrt. Auf dem Transportschein steht unter Punkt 3 „Taxi/Mietwagen“ mit dem passenden Kreuz. Sie zahlen je Fahrt zehn Prozent dazu, mindestens 5 und höchstens 10 Euro.

Zahlen Sie selbst, etwa für eine Fahrt zum Familienfest, hängt der Preis von Strecke, Fahrzeug und Hilfe ab. Ein Tragestuhl über mehrere Stockwerke braucht zum Beispiel zwei Helfer. Wir nennen Ihnen den Preis vor der Fahrt.

Mit dem Rollstuhl zum Flughafen

Für Flugreisen gilt in der EU ein eigenes Recht auf Hilfe am Flughafen, etwa durch die Sicherheitskontrolle und bis ins Flugzeug. Diese Hilfe ist kostenlos. Melden Sie sie mindestens 48 Stunden vor dem Abflug bei Ihrer Fluggesellschaft oder Ihrem Reisebüro an. Wir bringen Sie im Rollstuhl bis zum Terminal und helfen mit dem Gepäck.

Häufige Fragen

Wie schwer darf ein Elektrorollstuhl sein?

Das hängt vom Fahrzeug und von Rampe oder Lift ab. Nennen Sie uns Modell, Breite und ungefähres Gewicht; wir sagen Ihnen vorher, ob es passt.

Kann ich im Rollstuhl auch zum Flughafen fahren?

Ja. Melden Sie zusätzlich die Hilfe am Flughafen mindestens 48 Stunden vor dem Abflug bei Ihrer Fluggesellschaft an. Innerhalb der EU ist diese Hilfe kostenlos.

Werde ich beim Tragen angeschnallt?

Ja. Im Tragestuhl sind Sie mit Gurten gesichert. Wir sagen Ihnen jeden Schritt vorher an.

Quellen

Redaktion PatientenMobil
Stand: September 2026. Wir erklären, was in Gesetz und Richtlinie steht, und prüfen unsere Beiträge regelmäßig. Im Einzelfall entscheidet Ihre Krankenkasse; bei Fragen helfen wir Ihnen am Telefon.

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